IAB-Forschung: das neue BvB-Fachkonzept in der Praxis

Der Forschungsbericht 07/2010 des Instituts für Arbeitsmarktforschung (IAB) präsentiert Befunde aus der Begleitforschung zu den berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen (BvB) der Bundesagentur für Arbeit 2006/ 2007. Diese soll der Bundesagentur für Arbeit (BA) empirische Informationen zur konkreten Umsetzung des 2004 neu eingeführten ‘Neuen Fachkonzepts BvB’ (NFK) liefern und den Einfluss von Trägercharakteristika und Maßnahmekomposition auf das Maßnahmeergebnis (insbesondere die Übergänge in betriebliche Ausbildung) sowie den Stellenwert von Kernelementen des NFK wie Qualifizierungsbausteine und Praktika für die Übergänge in Ausbildung analysieren.

Hier einige ausgewählte Befunde:
In den untersuchten BvB-Maßnahmen waren so genannte marktbenachteiligte Jugendliche mit einem Anteil von 43% stark vertreten, 40% waren lernbeeinträchtigt bzw. sozial benachteiligt, 17% Rehabilitanden. Betrachtet man das Maßnahmenergebnis, so zeigen sich regionale Unterschiede. Im Durchschnitt konnten je Maßnahme 41% der Jugendlichen eine Ausbildung (schulisch, betrieblich oder außerbetrieblich) anschließen, wobei es in Ostdeutschland den jungen Menschen weitaus seltener gelang, in eine betriebliche Ausbildung einzumünden. (in betriebliche Ausbildung gelangten in West ein Drittel, in Ost nur 10% der TeilnehmerInnen).

Weitere negative Wirkungen auf die Übergänge in betriebliche Ausbildung haben: ein hoher Anteil an TeilnehmerInnen ohne Schulabschluss in der Maßnahme, Jugendliche aus dem Rechtskreis SGBII, AbbrecherInnen und steigende TeilnehmerInnenzahlen pro Maßnahme.

Ein Übergang von BvB-TeilnehmerInnen in betriebliche Ausbildung wurde durch überdurchschnittlich lange Praktika begünstigt, nicht aber durch die Absolvierung von Qualifizierungsbausteinen. Qualifizierungsbausteine ließen sich mangels Bereitschaft der Unternehmen von den Trägern viel eher in den eigenen Einrichtungen absolvieren, als in Unternehmen, was häufig dazu führte, dass Qualifizierungsbausteine und Praktika nacheinander absolviert werden mussten.

Die Abbruchquoten in BvB waren bei solchen Maßnahmen geringer, die in einer Bietergemeinschaft durchgeführt wurden. Als Ursache wird die Möglichkeit, ein breiteres Berufespektrum anzubieten, vermutet. Eine hohe Betreuungsqualität wirkte sich erwartungsgemäß ebenfalls günstig auf die Abbruchquoten aus.
Abfrage der Bildungsträger nach ihren Bewertungen und Wünschen: Die befragten Träger bemängelten in der Mehrzahl die Personalschlüssel (als zu gering eingeschätzt, insbesondere, wenn, Rehabilitanden gefördert wurden). Ein Großteil der befragten Träger sprach sich für besondere Maßnahmen für Lernbehinderte mit längerer Förderdauer aus.

Die Träger sahen sich infolge der Ausschreibungen mit einem höheren Kostendruck konfrontiert: So waren mehr als zwei Drittel der Träger gezwungen, trotz bereits vor der Kalkulation vorgenommener Einsparungen weitere Sparmaßnehmen im Maßnahmeverlauf zu realisieren, wozu in starkem Maße auch Gehaltseinsparungen zählten. Die Personalfluktuation wurde als hoch eingeschätzt.

Die Studie ist abrufbar unter:
http://www.iab.de/185/section.aspx/Publikationen/k100714n01.