BBJH - Berufsbezogene Jugendhilfe

Das Thema Arbeit und Arbeitslosigkeit hat einen hohen Stellenwert in der evangelischen Kirche. Die Berufsbezogene Jugendhilfe (BBJH) gehört zu dem Kernbereich der Aufgaben der Evangelischen Jugendsozialarbeit. Dort wird Kirche im praktischen Tun für die jungen Menschen deutlich und greifbar. ... weiterlesen

„Baustelle Leben – Handlungsbefähigung als Fundament“

BBJH-Fachtagung 2017
Vom 23. bis 26. Januar 2017 lädt die ejsa Bayern wieder alle Mitarbeitenden aus den BBJH-Einrichtungen zur jährlichen BBJH-Fachtagung ein. Dieses Mal steht für das gemeinsame Arbeiten der verschiedenen Berufsgruppen aus Pädagogen/-innen, Handerwerker/-innen und Leitungen das Konzept der Handlungsbefähigung auf dem Plan. Für eine zunehmende Anzahl junger Menschen wird die eigenverantwortliche Berufswegeplanung und Lebensgestaltung zu einer immer größer werdenden „Baustelle“. ... weiterlesen

Alle Jahre wieder Teil 1: Die aktuelle ejsa-Datenmatrix liegt vor

Alle Jahre wieder Teil 2: Die Zahl der unvermittelten jungen Menschen bleibt auf hohem Niveau!

Ganz aktuell ist in diesen Tagen die diesjährige ejsa-Datenmatrix erschienen. Sie gibt Auskunft über wichtige Indikatoren zur Benachteiligung von Jugendlichen und jungen Menschen in Bayern. Hierzu wurde wie in den vergangenen Jahren statistisches Datenmaterial aus den Bereichen Ausbildungs- und Arbeitsmarktentwicklung, Schule und Lebensunterhaltssicherung ausgewertet. Das Ergebnis ist ernüchternd, besser gesagt besorgniserregend. ... weiterlesen

Nur noch ein paar Schritte bis zur Ausbildung

Staatsministerin Emilia Müller besuchte kürzlich die Jugendwerkstatt Kulmbach. Anlass war der Beginn der neuen Projektlaufzeit der Qualifizierungsmaßnahme Arbeiten und Lernen. Heuer haben dort zwei Brüder aus Syrien ihre Beschäftigung aufgenommen. Ihre ersten Tage in der Jugendwerkstatt verbringen sie auf einer Malerbaustelle im Familientreff der Geschwister-Gummi-Stiftung. ... weiterlesen

40 Jahre Berufsbezogene Jugendhilfe der ejsa Bayern

Bewährte Konzepte für soziale und berufliche Integration
Zeit ist relativ – 40 Jahre sind relativ, aber 40 Jahre erfolgreiche Arbeit und Unterstützung für junge Menschen in Bayern sind viel Zeit und geben Anlass für einen Rück- und Ausblick.
1975 stieg die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland massiv an. Dass junge Menschen dadurch mehr an den Rand der Gesellschaft rücken, war offensichtlich. Man stellte sich die Frage „Was brauchen die jungen Menschen, deren Einstieg ins Arbeits- und Berufsleben nicht reibungslos funktioniert oder gar nicht gelingt?“ Unterstützt durch die Evangelische Landeskirche Bayern entstanden unter dem Dach der ejsa Bayern an verschiedenen Standorten Projekte, deren Ziel es war, arbeitslose Jugendliche in das Berufsleben zu integrieren und ihnen Perspektiven zu eröffnen. ... weiterlesen

Einblick in die Jugendwerkstatt Langenaltheim

Die Mitarbeiter der Bundesagentur für Arbeit, Evelyn Thate und Ulrich Eberle überzeugten sich über gelungene Jugendsozialarbeit bei einem Besuch in der Jugendwerkstatt Langenaltheim. Auf Einladung der ... weiterlesen

Nahtloser Übergang der AJS-Förderung gelungen

Neue ESF-Förderung seit 01.04.2015
Zum 1.4.2015 hat die neue Förderperiode des Europäischen Sozialfonds 2014 – 2020 Bayern ESF auch für die Arbeitsweltbezogene Jugendsozialarbeit in Bayern begonnen bzw. erfährt ihre erfolgreiche Fortsetzung. Der ESF fördert die dauerhafte Eingliederung von sozial besonders benachteiligten jungen Menschen in den Arbeitsmarkt.
Der Freistaat Bayern unterstützt dieses Ziel durch Förderung von beruflicher Orientierung und Qualifizierung. So werden auch in der Zukunft die Jugendwerkstätten in Bayern vielen jungen Menschen, die keine Chance auf dem freien Arbeitsmarkt haben, Plätze zur Qualifizierung und Ausbildung inklusive der Möglichkeit der intensiven Beratung und Begleitung anbieten können. ... weiterlesen

"Ausbildung hoch drei - Kompetenzzentrum Assistierte Ausbildung"

Als neue Chance zur beruflichen Integration von jungen Menschen bewertet die ejsa Bayern die bundesweite Einführung der Assistierten Ausbildung. Im Rahmen eines dreijährigen Modellprojektes (2015-2017) “Ausbildung hoch drei – Kompetenzzentrum Assistierte Ausbildung” – bietet die ejsa Ihren Mitgliedern und anderen interessierten Ev. Jugendhilfeträgern bayernweit Beratung und Unterstützung zur Implementierung dieses innovativen Ansatzes. ... weiterlesen

Die Berufsbezogene Jugendhilfe ist notwendiger denn je - Der aktuelle Bildungsbericht beweist, dass nicht alle jungen Menschen Zugang zur Arbeitswelt haben.

Der Berufsbildungsbericht 2015 ist veröffentlicht worden. Er zeigt, dass das duale System der beruflichen Bildung in Deutschland nach wie vor die wesentliche Säule für die Deckung des künftigen Fachkräftebedarfs der Wirtschaft ist. ... weiterlesen

Neue Landesreferentin bei der ejsa Bayern

Michaela Truss-Bornemann im Bereich AJS/ BBJH
Am 1. Juli übernahm Michaela Truß-Bornemann als neue Landesreferentin bei der ejsa Bayern das Arbeitsfeld Berufsbezogene Jugendhilfe (BBJH).
Die 43-jährige Diplom- Sozialpädagogin mit Qualifikationen im Bereich Organisations- und Unternehmensentwicklung sozialer Einrichtungen arbeitete vor ihrem Umzug nach Bayern viele Jahre im Evangelischen Landesjugendpfarramt in Oldenburg als Referentin und zuletzt als stellvertretende Leiterin. Jetzt lebt sie mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern im Chiemgau. Bevor sie zur ejsa Bayern wechselte war sie als Dozentin an der Fachakademie für Sozialpädagogik der Diakonie Traunstein in Südostbayern tätig. ... weiterlesen

Bayerischer Integrationspreis für Münchener "Atelier La Silhouette"

München/Augsburg (epd). Die vom Verein “Junge Frauen und Beruf e.V.” des Diakonischen Werks Bayern getragene Initiative “Atelier La Silhouette” hat den bayerischen Integrationspreis bekommen. Für Frauen mit Migrationshintergrund lege das Atelier den Grundstein für Lernen und Teilhabe und helfe, “dass Bayern nach und nach Heimat für sie wird”, sagte Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU) am Donnerstagabend bei der Preisverleihung laut einer Mitteilung des Staatsministeriums. Den Sonderpreis “Asyl” erhielt das Augsburger Projekt “Kulturküche”.

Das Atelier in München biete jungen Frauen unterschiedlicher Herkunft eine ganzheitliche Ausbildung zur Damenmaßschneiderin. Ein interdisziplinäres Team aus Schneidermeisterinnen und Pädagoginnen qualifiziere und begleite die Auszubildenden. Außerdem bieten sie im Anschluss an den beruflichen Abschluss ein Netzwerk zur nachhaltigen Sicherung der beruflichen und sozialen Integration.

Das mit dem Sonderpreis ausgezeichnete Projekt “Kulturküche” in Augsburg unterstütze nachhaltig und effizient Menschen, die schwierige Startvoraussetzungen haben, sagte der Bayerische Integrationsbeauftragte Martin Neumeyer. Das Unternehmen “Ideenwerkstatt” hatte im Jahr 2007 begonnen, ein internationales Kochbuch zu entwerfen. Daraus entstand die Idee einer internationalen Kochwerkstatt. Aus einzelnen Kochabenden entwickelte sich schließlich das Projekt “Kulturküche” mit momentan 30 Beschäftigten aus 14 Nationen. Mittlerweile liefere das Projekt die Verpflegung für viele Augsburger Kitas und Schulen.

“In Bayern funktioniert Integration deshalb so gut, weil sie von den Menschen vor Ort gelebt wird”, sagte Staatsministerin Emilia Müller (CSU). Bereits seit 27 Jahren biete das “Atelier La Silhouette” mit großem Erfolg jungen Frauen unterschiedlicher Herkunft die Möglichkeit einer beruflichen Ausbildung, betonte Müller. (00/3742/20.11.2014)

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Pressemitteilung EJSA November 2014

Immer mehr Jugendliche und junge Erwachsene in Bayern langfristig arbeitslos!

Die Evangelische Jugendsozialarbeit veröffentlicht zum zweiten Mal eine Datenmatrix mit Indikatoren zur Situation benachteiligter Jugendlicher und junger Erwachsenen in Bayern.

Es ist unbestritten, dass der Bayerische Ausbildungs- und Arbeitsmarkt im bundesweiten Vergleich günstige Bedingungen aufweist. Gleichzeitig geben die Daten der Matrix allerdings deutliche Hinweise darauf, dass ... weiterlesen

Gütesiegelverleihung in der Jugendwerkstatt R18

Bereits zum dritten Mal hat sich die Fahrradwerkstatt der Evangelischen Jugend München »R18« einem Zertifizierungsprozess unterworfen und das »Gütesiegel Soziale und Berufliche Integration« der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendsozialarbeit Bayern erworben. Nun ist amtlich: Die Werkstatt R18 ist bayernweit Spitze. Warum Qualitätsmanagement in der sozialen Arbeit immer wichtiger wird. Mehr… ... weiterlesen

Jugendberufsagenturen und Assistierte Ausbildung

sollen das Angebotsspektrum für benachteiligte Jugendliche abrunden
Im Koalitionsvertrag auf Bundesebene finden sich deutliche Hinweise darauf, dass bundesweit die Einführung von sog. Jugendberufsagenturen und die Angebote an Assistierter Ausbildung vorangetrieben werden sollen.
Dazu fanden in den letzten Wochen jeweils Veranstaltungen des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit in Berlin statt. Es stellte sich bei den Jugendberufsagenturen rasch heraus, dass es weder ein bundeseinheitliches Konzept für sie gibt noch eine einheitliche Praxis. So sinnvoll die Zusammenführung der Rechtsbereiche SGB II, III und VIII bei der Zielgruppe junger Menschen ist, so schwierig sind offenbar auch die Hürden, Angebote aus einer Hand zu kreieren, zu vermitteln und zu finanzieren. ... weiterlesen

Neue Erkenntnisse vom Effektetag der LAG Jugendsozialarbeit Bayern am 15.5.2014

Kennen Sie die Effekte Ihres Arbeitsfeldes?
Eine interessante Frage, der die Arbeitsweltbezogene Jugendsozialarbeit (AJS) seit drei Jahren nachgeht. Praxis und Wissenschaft haben gemeinsam einen Evaluationsbogen entwickelt, der mehr misst als die reine Vermittlungsquote. Dieser Evaluationsbogen wurde – etwas komprimiert – in die Förderrichtlinien ESF mit aufgenommen. Die Bögen werden durch ein internes und ein externes Institut evaluiert.
Am 15.5.2014 wurden die Ergebnisse der letzten drei Jahre Effekteevaluation bei einem Fachtag der LAG JSA Bayern vorgestellt.
Positives Ergebnis: Es lassen sich positive Effekte in der AJS nachweisen. Wermutstropfen: Sie könnten noch größer sein.
Interessante Fragen und Erkenntnisse dazu wurden bei diesem Fachtag entwickelt. ... weiterlesen

Buch-Neuerscheinung: „Ausbildungscoaching und externes Ausbildungsmanagement“

Ein wissenschaftlicher Diskurs mit Anregungen, Beispielen und Handlungsempfehlungen
Das Buch von Günter Albrecht und Thomas Raithel (Hrsg.) beschäftigt sich – in Zeiten der öffentlichen Debatte um den spürbaren demografischen Wandel und Fachkräftemangel – mit Ausbildungscoaching und externem Ausbildungsmanagement. Diese tragen dazu bei, den Stellenwert, die Attraktivität und die Qualität der dualen Ausbildung zu erhöhen. Die Publikation vermittelt Anregungen, Beispiele und Handlungsempfehlungen, wie die duale Berufsausbildung als entscheidende Grundlage für Innovation, wirtschaftlichen Erfolg und ökonomisches Wachstum weiterentwickelt werden kann. Dazu gehört, dass weitere Bildungsressourcen Jugendlicher erschlossen und entfaltet werden können. ... weiterlesen

Personalien aus der BBJH

Neue Leitungen in der Jungen Werkstatt Augsburg und bei den Rummelsbergern
Bernd Radtke ist seit 1.4.2014 neuer Einrichtungsleiter der Jungen Werkstatt in Augsburg. Er kommt von der IHK in Augsburg und leitet daneben noch den Integrationsbetrieb des DW Augsburg. Sein Auftrag ist auch die Suche nach evtl. mehr gemeinsamen Wegen für diese beiden Einrichtungen, die beide unter schwierigen Rahmenbedingungen und nach einer Phase von Interimslösungen weiter arbeiten. An dieser Stelle auch ein herzliches Dankeschön an Manuela Bierbaum für ihre Arbeit in den letzten beiden Jahren.
Thomas Grämmer von der Rummelsberger Diakonie hat den Arbeitsbereich gewechselt: Er tritt zum 1. Mai am Auhof der Rummelsberger, einer Einrichtung der Rummelsberger Dienste für Menschen mit Behinderung, an. Seine bisherigen Aufgaben übernimmt voraussichtlich Matthias Wagner, Leiter des BBW der Rummelsberger und ein alter Bekannter als ehemaliges Vorstandsmitglied der ejsa. Auch in Hof, seiner ehemaligen Wirkungsstätte bei der Diakonie Hochfranken, ist er immer noch in der dortigen ejsa aktiv.

Wir begrüßen beide herzlich und wünschen uns weiterhin eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Anmerkung der ejsa zum Bayerischen Sozialbericht

Künftig besser auf eine verkürzende und beschönigende Darstellung der Ausbildungssituation junger Menschen in Bayern verzichten!
Im Mai 2014 veröffentlichte das Bayerische Sozialministerium den „Datenreport zur Sozialen Lage in Bayern 2013“. Darin werde anhand wissenschaftlich fundierter Daten belegt, so Sozialministerin Müller: „Bayern nimmt eine Spitzenpositionen bei Wohlstand, Arbeitsmarkt, sozialer Teilhabe und Integration ein.“
Es wäre wünschenswert gewesen, dass diese Aussage tatsächlich auf einer soliden Datenbasis getroffen worden wäre. Die Analysen des Datenreports zur Ausbildungssituation junger Menschen (S. 179ff.) werden diesem Anspruch jedoch in keiner Weise gerecht. Es entsteht vielmehr der Eindruck, dass hier eine Situation „schöngerechnet“ werden soll.
Im besonderen Maß irreführend ist die Zahl von 708 Bewerber/-innen, die bis Ende September 2012 noch keine Ausbildungsstelle gefunden hatten. Dabei handelt es sich um die sogenannten „unversorgten Bewerber/-innen“ aus der Ausbildungsstatistik der Agentur für Arbeit. Diese Zahl gibt in keiner Weise ein realistisches Bild der Gruppe von jungen Menschen, die auf dem Ausbildungsmarkt nicht zum Zuge gekommen sind. Unter den Tisch fällt hierbei nämlich eine ganze Reihe an weiteren Personengruppen mit ähnlichen Schwierigkeiten bei der Integration in eine Ausbildung:

  • Jugendlichen, die ebenfalls keinen Ausbildungsplatz erhalten hatten, aber einer „Ersatztätigkeit“ (Übergangsmaßnahme, nicht qualifizierter Job, Schule etc.) nachgehen, während sie ihre Ausbildungssuche aufrechterhalten. Im Jahr 2012 waren dies 6.459 Jugendliche.
  • Jugendliche, die ohne Angabe eines weiteren Verbleibs die Berufsberatung ohne Ergebnis abgebrochen hatten. Im Jahr 2012 waren dies 8.329 Jugendliche.
  • Jugendliche, die zwar den Weg zur Berufsberatung gefunden hatten, dort jedoch als nicht ausbildungsreif eingestuft werden. Diese Jugendlichen werden in der Ausbildungsstatistik nicht erfasst!

Zählt man nur die Jugendlichen, die weiterhin das Durchhaltevermögen besitzen, ihren noch nicht erfüllten Ausbildungswunsch aufrecht zu erhalten und in Kontakt mit der Berufsberatung zu bleiben, so ergibt sich eine Zahl von 7.167 Jugendlichen. Die Behauptung, die im Datenreport erhoben wird, es gäbe „kaum unversorgte Bewerberinnen und Bewerber“ in Bayern, wird somit haltlos. Die Jugendlichen, die ihre Suche nach einem Ausbildungsplatz aufgegeben haben oder die noch nie den Weg zur Berufsberatung gefunden hatten, sind in dieser Zahl noch nicht enthalten!
Vor dem Hintergrund des Anspruchs, mit dem Datenreport eine „wissenschaftlich fundierte Informationsquelle“ zur Verfügung zu stellen, wäre es äußerst wünschenswert, auf die tatsächliche Aussagekraft und die Grenzen von Daten zur Ausbildungssituation hinzuweisen.

Die Evangelische Jugendsozialarbeit in Bayern regt daher dringend an:

  • auf eine verkürzende und beschönigende Darstellung der Ausbildungssituation junger Menschen in Bayern zu verzichten
  • die Ausbildungsstatistik, u.a. um die Zahl der Jugendlichen, die als nicht ausbildungsreif eingestuft wurden, zu erweitern.

Der Sozialbericht ist hier verfügbar!

Neue ejsa-Landesreferentin BBJH

ejsa freut sich auf gemeinsame spannende Aufgaben
Michaela Truß-Bornemann beginnt ab 1. Juli als neue Landesreferentin im Arbeitsbereich Berufsbezogene Jugendhilfe (BBJH) / arbeitsweltbezogene Jugendsozialarbeit (AJS) und sorgt damit für einen fast nahtlosen Übergang im Arbeitsbereich. Ihr BBJH-Team Sabrina Rudlof, Barbara Klamt und Klaus Umbach sowie alle Mitarbeitenden der ejsa-Geschäftsstelle freuen sich bereits heute auf die neuen spannenden gemeinsamen Aufgaben. Im nächsten Newsletter dazu mehr!

Zürcher "Ressourcen-Modell"

9. Juli - 10 Juli 2014

Sie begleiten benachteiligte junge Menschen auf ihrem beruflichen und persönlichen Lebensweg.
Diese jungen Menschen verfolgen ihr Ziel der beruflichen Integration in Ihren Augen oft nur halbherzig. ... weiterlesen

Auszeichnung im Doppelpack

Ökomobil erhält Gütesiegel für hervorragende soziale und berufliche Integration – und die AZAV-Zertifizierung

Im Garten tummeln sich Enten und Hühner, im hohen Gras blühen die letzten Herbstblumen, und die Septembersonne taucht das Gelände des Landschafts- und Gartenbaubetriebs Ökomobil am Rand von Karlsfeld in weiches Licht. In der geräumigen Halle sind die Traktoren und Mähmaschinen zur Seite gefahren. An den Wänden hängen in sauberen Reihen Rechen und andere gartenbaulichen Gerätschaften. Davor steht ein Rednerpult mit Mikro, junge Männer und Frauen in grünen Latzhosen hocken erwartungsvoll an Biertischen mit frischem Blumenschmuck, denn es gibt etwas zu feiern:

Als erster sozialer Betrieb in Bayern hat Ökomobil eine doppelte Auszeichnung erhalten: das Gütesiegel der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendsozialarbeit Bayern und gleichzeitig die AZAV- (Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung) Zertifizierung als Voraussetzung für eine Kooperation mit JobCenter und Arbeitsagentur.

Denn was viele Kunden nicht wissen: Ökomobil ist mehr als “nur” ein gut eingeführter Betrieb mit fast 30 Jahren Tradition. Hier werden junge Menschen qualifiziert und ausgebildet, die auf dem normalen Arbeitsmarkt keine Chance hätten. Wie Manuel, z.B. Das Heimkind ohne Schulabschluss hat hier seine Gärtnerlehre geschafft, als einer der Jahrgangsbesten. Klaus Umbach, Geschäftsführer der LAG Jugendsozialarbeit Bayern: “Die besonderen Stärken von Ökomobil sind der hoch professionell arbeitende Betrieb und die hervorragenden Kontakte zu Kooperationspartnern in lokalen und überregionalen Strukturen.” Dadurch können die meisten der jungen Leute nach der Ausbildung auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß fassen.

“Ich bin stolz auf diese gemeinsame Leistung von Mitarbeitern, Maßnahmenteilnehmern, Sozialpädagogen und Meistern. Wir haben uns im Vergleich zum ersten Audit in 2007 in allen Bereichen verbessert und gehören zu den besten 10% in Bayern,” freut sich Geschäftsführer Volker Widmann über das doppelte Zertifikat.

Manfred Jena, Vorstand des Trägervereins Spectum e.V., unterstreicht die gesellschaftliche Bedeutung Sozialer Betriebe, denn der Bodensatz an Langzeitarbeitslosen profitiere nachweislich nicht von der guten Arbeitsmarktlage, wie die neuesten Zahlen der Arbeitsagentur deutlich machten. “Nur mithilfe sozialpädagogischer Begleitung können die langzeitarbeitslosen Jugendlichen einen Ausbildungs- und Arbeitsplatz finden,” so Jena. Das mache die BBJH ( Berufsbezogene Jugendhilfe) gerade jetzt so wichtig, denn um die Arbeitslosigkeit dauerhaft zu senken, muss die Qualifikation erhöht werden. Die Landtagsabgeordnete Diana Stachowitz betont in ihrem Gratulationsschreiben, durch eine gezielte Zusammenarbeit von Kommune, Wirtschaft und sozialen Betrieben könnte in Zukunft auch dem Fachkräftemangel entgegen gewirkt werden.

Die Landeshauptstadt München ist seit Jahren ein zuverlässiger Partner der BBJH. “Ich kann zusichern, dass im Falle eines Auftrags der Wählerinnen und Wähler im kommenden Jahr diese Politik auch fortgesetzt werden wird”, sicherte Stadtrat Christian Müller in seinem Grußwort zu.

Ökomobil zeichnet sich durch die Verbindung von Theorie mit anschaulicher Berufspraxis aus, was den Jugendlichen das Lernen erleichtert. Jüngstes Beispiel: die Insektenhotels, die als Projektarbeit im Sommer 2013 von ihnen in Eigenarbeit erstellt wurden.

Gute Arbeit!

Fest zur Gütesiegelverleihung in der Jungen Werkstatt Augsburg am 15. November 2013
Gute Arbeit! – für die Zielgruppe der benachteiligten Jugendlichen, denn sie erfahren Wertschätzung, Stärkung und optimale Qualifizierung.
Gute Arbeit! – für den Wirtschaftsraum Augsburg, der von gut ausgebildeten Fachkräften aus der Jungen Werkstatt profitiert.
Gute Arbeit! – denn das Fachteam hat bewegte Zeiten motiviert und engagiert gemeistert. ... weiterlesen

Gütesiegelverleihung

Beim Stadtwerkeprojekt
Zum zweiten Mal nahm Christina Heydenreich als Leiterin des Stadtwerkeprojekts am 2.12.2013 das Gütesiegel soziale und berufliche Integration in Empfang. Sie kann stolz darauf verweisen, dass sich die Werte seit der letzten Zertifizierung noch einmal deutlich verbessert haben. Sie dankte allen Mitwirkenden in der Einrichtung für ihr Engagement und vor allem dem Kooperationspartner Stadtwerke München GmbH. Künftig soll das Wohnprojekt sogar noch ausgeweitet werden, das es den jungen Menschen deutlich erleichtert, in München unter schwierigen Rahmenbedingungen einen bezahlbaren Wohnraum zu erlangen

Konferenzen der PädagogInnen und HandwerkerInnen

Thema: Psychisch auffällige junge Menschen
Beide Konferenzen haben sich in der letzten Zeit intensiv mit der Thematik der psychisch auffälligen jungen Menschen beschäftigt. Entstanden ist ein Handlungsleitfaden und die Idee eines Methodenportfolios für die sozialpädagogische und berufspädagogische Arbeit mit dieser – aber nicht nur ausschließlich für diese – Zielgruppe. Beide Methodenportfolios sind in Arbeit. Ziel der Methodenportfolios ist, die pädagogische Arbeit zu effektivieren und die soziale Dienstleistung besonders für schwache Jugendliche zu optimieren.

ejsa-Datenmatrix: Indikatoren zur Benachteiligung von Jugendlichen in Bayern

Schatten auf dem bayerischen Ausbildungsmarkt

Ab diesem Jahr wird die Evangelische Jugendsozialarbeit Bayern e.V. jeweils im Herbst wichtige Indikatoren zur Benachteiligung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Bayern auswerten, um so eine Entwicklung der Situation darstellen zu können.
Bereits die erste Ausgabe dieser „Datenmatrix“ macht deutlich, dass sich das Bild von einer durchweg positiven Situation auf dem bayerischen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt für junge Menschen nicht aufrechterhalten lässt. Im Gegenteil: die Lage hat sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich eingetrübt. Die aktuellen Daten weisen darauf hin, dass insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene in einer benachteiligten Lebenssituation von den negativen Entwicklungen betroffen sind.

Einige zentrale Ergebnisse:
• Die Jugendarbeitslosigkeit und insbesondere die Zahl der langfristig arbeitslosen jungen Erwachsenen hat im Vergleich zum Vorjahr deutlich zugenommen.

• Gleichzeitig verharrt die Zahl der jungen Menschen, die von SGB-II-Leistungen abhängig sind, auf einem hohen Niveau.

• Trotz sinkender allgemeiner Bewerberzahlen wuchs die Zahl derjenigen Bewerber/-innen, die im September noch keine Perspektive für eine Ausbildungsstelle hatten („unvermittelte Bewerber/-innen“).

Leider ist der Migrationsstatus der Bewerber/-innen nach wie vor ein wichtiges Kriterium für die jeweiligen Chancen auf dem Ausbildungsmarkt. Das Schaubild zeigt den deutlich erhöhten Anteil der ausländischen unvermittelten Bewerber/-innen im Vergleich zu den deutschen Bewerber/-innen.

Endlich ein Modell zur Förderung von benachteiligten Jugendlichen

Nach der Instrumentenreform
Seit Herbst letzten Jahres war es allen Akteuren in der Arbeitsweltbezogenen Jugendsozialarbeit unklar, wie und mit welchen Instrumenten Qualifikationsmaßnahmen wie Arbeiten und Lernen finanziert werden sollen. Trotz den Bekenntnissen der RD Bayern „Alles ist möglich…“ bedurfte es vielen Verhandlungen mit den Jobcentern vor Ort, dem Regionalen Einkaufszentrum, dem ZBFS und vielen anderen, um aus den zur Verfügung stehenden Instrumenten der Sozialgesetzbücher II und III eine Modellfinanzierung zu kreieren, die auch umsetzbar ist. Der Jugendwerkstatt Kulmbach der Geschwister-Gummi-Stiftung ist dieser Coup gelungen. Ihr Modell fußt auf dem § 45 SGB III und wird durch ESF und Eigenmittel ergänzt. Der Träger der Einrichtung, das Jobcenter vor Ort und der Landkreis sind eine Kooperation eingegangen, um die nachhaltige Eingliederung sozial benachteiligter und/oder individuell beeinträchtigter Jugendlicher in die Arbeitswelt sowie die Förderung ihrer gesellschaftlichen Teilhabe insgesamt zu befördern und vor Ort sicherzustellen. Im September hat die Maßnahme für die Kulmbacher Jugendlichen begonnen.

Maßgeschneiderte Förderung für Mädchen

Bayerns Kirchenvertreterinnen schwören auf das Atelier La Silhouette
Von Hanna Jochum (epd)
München (epd). Im Schneideratelier La Silhouette herrscht rege Betriebsamkeit. Mädchen drängen sich in den mit bunten Mustern ausstaffierten Werkräumen um edle Stoffe und Kleiderpuppen, im Hintergrund rattern Nähmaschinen. Die jungen Frauen tragen hippe Blusen oder Jeansjacken, einige haben ihre Haare zu trendigen Frisuren hochgesteckt. Dass die meisten von ihnen eine schmerzliche Vergangenheit haben und aus schwierigen sozialen Verhältnissen kommen, ist ihnen nicht anzusehen.
“Das Schneiderhandwerk hat eine heilende Wirkung”, kommentiert Barbara Hemauer-Volk. Sie ist die Geschäftsführerin der etwas anderen Künstlerwerkstatt in München. Das Atelier bezeichnet sie als international, interkulturell und interreligiös. Über Mode sollen junge Frauen ohne Perspektive beruflich und sozial integriert werden. ... weiterlesen

Besuch des UN-Jugenddelegierten in der Jungen Werkstatt Augsburg

Foto vom UN Delegierter in der Jungen Werkstatt Augsburg

Jugendlichen eine zweite, dritte und manchmal auch eine vierte Chance geben – Die Junge Werkstatt Augsburg hilft jungen Arbeitslosen bei der beruflichen und gesellschaftlichen Integration
Schule abgebrochen, Lehre hingeschmissen, Schulden aufgetürmt, Probleme angehäuft, Drogen zugelassen, Kriminalität ausgeübt – eine oder mehrere dieser Gründe lassen Jugendliche und junge Erwachsene auf dem regulären Arbeitsmarkt oft alt aussehen. Verlorenes Potenzial – hat sich die Junge Werkstatt gedacht, die in Augsburg als Jugendhilfeeinrichtung und Dienstleistungsbetrieb in einem fungiert. Um die Perspektivlosigkeit der jungen Arbeitssuchenden zu beenden ... weiterlesen

Sicherheit nach bangen Monaten für die Jugendwerkstatt in Kulmbach

Ministerin Christine Haderthauer besuchte am 22.8.2013 die Jugendwerkstatt der Geschwister-Gummi-Stiftung. Noch vor sechs Wochen war dem Leitungspersonal der Jugendwerkstatt nicht klar, ob das Projekt Arbeiten und Lernen für sozial benachteiligte Jugendliche aus dem Raum Kulmbach überhaupt weitergeht. ... weiterlesen

Seitenwechsel in der Jungen Werkstatt Augsburg

Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit Frank-Jürgen Weise absolvierte am 21. und 22.08. ein Praktikum in der Jungen Werkstatt Augsburg.
Der Einsatz „an der Basis“ bedeutete: zwei Arbeitstage auf der Baustelle im Team unserer jungen Auszubildenden im Garten-/Landschaftsbau, sowie Einblicke in unser pädagogisches Förderkonzept mit Einzel- und Gruppengesprächen.
Sportlich durchtrainiert schaufelte der BA-Chef schubkarrenweise Kies und verlegte Granitplatten für eine Terrasse. Der größte Eindruck, den er mitnimmt aus den beiden Tagen: ... weiterlesen

Frohe Botschaft aus dem Landeskirchenamt

Strukturanpassungsfonds gewährt Nachschlag zur Nachhaltigkeit
Die Bemühungen der ejsa Bayern waren erfolgreich: das Landeskirchenamt gewährte im April 2013 erneut Mittel für die Arbeit einiger Jugendwerkstätten, die in 2012 mit einem Strukturanpassungsprozess begonnen haben. In einigen Fällen konnten in den vergangenen Monaten Ergebnisse erreicht werden, die es nunmehr abzusichern gilt. Dazu leistet das Landeskirchenamt zusammen mit dem Diakonischen Werk Bayern erneut Unterstützung. Die Mitteilung, auf die einige Jugendwerkstätten schon gehofft hatten, löste große Freude aus. Fällt es so doch wesentlich leichter, begonnene Wege auch zu Ende zu gehen und Prozesse abschließen zu können, die den Jugendwerkstätten bei einer Neuorientierung und Anpassung an sich wandelnde Gegebenheiten enorm helfen.

Finanzierung der Jugendwerkstätten

Trends, Entwicklungen und Unsicherheiten
Noch ist längst nicht alles in trockenen Tüchern und die Zeit ab Herbst 2013 ist noch für viele Einrichtungen ungewiss. Derzeit laufen noch an vielen Orten die Verhandlungen über den nächsten Förderzeitraum bzw. die Anschlussprojekte mit den regionalen Partnern und dem ZBFS.
Dennoch gibt es Trends: an einigen Orten ist unter Zuhilfenahme von SGB II § 16f eine Lösung gefunden worden, der in sinnvoller Weise mit anderen Instrumenten kombiniert wird. So scheint es auch am besten und einfachsten zu gehen. Daher meinen wir, dass wir richtig gehandelt haben, als wir als ejsa in Zusammenarbeit mit dem DW Bayern bei Prof. Dr. Peter Mrozynski ein Rechtsgutachten zur Anwendung des § 16f in Auftrag gegeben haben, das seit Ende Februar 2013 vorliegt und auch genutzt worden ist. Bei Interesse leiten wir Ihnen dieses Gutachten gerne zu. Es steht auch zum Download auf der ejsa-Homepage zur Verfügung.
In anderen Fällen laufen offenbar die Verhandlungen noch und das angestrebte Modell unter Nutzung von SGB III § 45 i. V. mit SGB III § 16 erweist sich als sperrig. Die Kofinanzierung aus der Förderrichtlinie AJS wirft immer wieder neue Fragen auf. BVBpro hingegen ist bis auf zwei Fälle (in Fürth und in München) bisher in der bayerischen Landschaft praktisch kein Thema. Bleibt abzuwarten, ob und vor allem wann die Verhandlungen und Prozesse zu einem hoffentlich positiven Ende kommen.

ESF - Neue Förderperiode

Bewährte Programme werden in Bayern weitergeführt
Es zeichnet sich für Bayern ab, dass die bewährten Programme weiter geführt werden. Dazu gehört auch das Förderprogramm AJS, aus dem die bayerischen Jugendwerkstätten finanziert werden. Förderstränge zur Bekämpfung von Schulverweigerung und zur Qualifizierung von marktbenachteiligten Jugendlichen werden aufgelegt. Dabei spielen künftig wohl auch Aspekte wie Migration und Inklusion eine größere Rolle als bisher. Nähere Infos finden Sie auf der Homepage des StMAS.

Grundsätze der BBJH im Evangelischen Trägerbereich neu aufgelegt

Die überarbeiteten Grundsätze für die Berufsbezogene Jugendhilfe (BBJH) der Evangelischen Jugendsozialarbeit Bayern (ejsa) sind erschienen. Gegenüber der ursprünglichen Fassung von 2006 gibt es an einigen Stellen Ergänzungen, Erweiterungen und Präzisierungen. ... weiterlesen

Bayern – Alles im grünen Bereich für Ausbildungsplatzsuchende?

Ein genauer Blick auf die Ausbildungsstatistik
Die bayerische Landesregierung betont in ihrem Sozialbericht die im bundesdeutschen Vergleich sehr gute Ausgangslage von jungen Menschen, die auf der Suche nach einer Ausbildung sind. Mehr als 13 noch unbesetzte Ausbildungsstellen standen im September 2011 einem noch „unversorgten“ Bewerber gegenüber (Bayerisches Sozialministerium, 2012, S. 61).
Diese Zahl vermittelt den Eindruck, dass jeder junge Mensch in Bayern problemlos einen Ausbildungsplatz finden kann. Dass dieser Eindruck nicht der tatsächlichen Situation entspricht, wird klar, wenn man die Datengrundlage genauer betrachtet.
1. Die Daten stammen aus der Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Sie unterliegen zwei „Filtern“. Zum einen wenden sich nicht alle jungen Menschen auf der Suche nach Ausbildung an die Berufsberatung der Arbeitsagentur. Eine Umfrage der IHK Mittelfranken ergab eine über mehrere Jahre stabile Quote von ca. 60% (vgl. Stadt Nürnberg, 2011, S. 142). Zum anderen werden nur diejenigen Personen in der Statistik erfasst, die von der Berufsberatung als „ausbildungsgeeignet“ eingestuft werden – eine Kategorisierung, die von vielen Seiten kritisiert wird. Besonders junge Menschen mit niedriger Schulbildung werden häufig nicht als ausbildungsgeeignet eingestuft, da schulische Basisqualifikationen ein wichtiges Kriterium hierfür sind. Alle diese Personen tauchen also in der Berufsberatungsstatistik nicht auf.

2. Die ausbildungsgeeigneten Bewerber/-innen werden statistisch in 4 Gruppen eingeteilt:
a. in eine Ausbildung einmündende Bewerber/-innen
b. andere ehemalige Bewerber/-innen: Diese haben von sich aus die Beratung durch die Arbeitsagentur beendet, ohne dass der Grund hierfür bekannt ist
c. Bewerber/-innen mit Alternative zum 30.9.: Diese Personen wünschen weiter eine Ausbildung, haben aber mittlerweile eine alternative (Zwischen-)Lösung gefunden (u.a. weiterführende Schule, Berufsvorbereitende Maßnahme usw.)
d. unversorgte Bewerber/-innen, die keine Anschlussoption haben, aber weiterhin an Ausbildung interessiert sind

BewerberInnen September 2011 September 2012
Einmündende Bewerber 52.165 52.388
Andere ehemalige Bewerber 21.999 22.443
Bewerber mit Alternative zum 30.9. 7.760 6.459
Unversorgte Bewerber 581 708

Tabelle 1: Bewerber/-innen für Ausbildungsstellen in Bayern. Quelle: Bundesagentur für Arbeit, 2012

Die beiden letzten Gruppen (die „unvermittelten“ Bewerber/-innen) umfassen die jungen Menschen, die bei der Arbeitsagentur gemeldet und bis zum Berichtszeitpunkt erfolglos auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz waren.
Eine zusätzliche – jedoch schwer quantifizierbare – Gruppe bilden die Jugendlichen, die den Weg zur Arbeitsagentur gar nicht erst genommen und diejenigen, die die Beratung durch die Arbeitsagentur selbst beendet haben und die nicht selbstständig eine Ausbildungsstelle gefunden haben. Insbesondere bei jungen Erwachsenen mit besonderen Benachteiligungen (wie z.B. fehlendem Hauptschulabschluss).
Auf dieser Grundlage ergibt sich für September 2012 ein Verhältnis von unbesetzten Ausbildungsstellen zu unvermittelten Bewerber/-innen von 1,3 und somit eine deutlich nüchternere Einschätzung der Situation von Ausbildungssuchenden in Bayern, als dies der Sozialbericht vermittelt.

Johannes Kloha, 5.12.2012
Quellen:
Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen: Dritter Bericht der Staatsregierung zur sozialen Lage in Bayern, München 2012.
Bundesagentur für Arbeit: Bewerber und Berufsausbildungsstellen Bayern – September 2012, Nürnberg 2012d. (Vom Statistikservice der Bundesagentur zur Verfügung gestellte Datei).
Stadt Nürnberg (Hg.): Bildung in Nürnberg 2011 – Erster Bildungsbericht der Stadt Nürnberg, Nürnberg 2011.

BBJH und Gütesiegel/AZAV

Informationen zur Trägerzertifizierung
Das Gütesiegel soziale und berufliche Integration ist im August in überarbeiteter Form vorgestellt worden. Es wurde turnusmäßig an die aktuellen Entwicklungen und konzeptionellen Herausforderungen angepasst. Gleichzeit wurde es mit den Anforderungen der neuen AZAV abgeglichen, die seit 01.04.2012 für alle erforderlich ist, die im Bereich der Arbeitsmarktdienstleistungen tätig sind. Dabei stellte sich heraus, dass das Gütesiegel die meisten Anforderungen aus der AZAV bereits mit abprüft und nur ein kleinerer Teil zusätzlich einem Audit unterzogen werden muss.
Die LAG Jugendsozialarbeit Bayern hat sich gleichzeitig um eine Partnerschaft mit einer sog. „Fachkundigen Stelle“ bemüht, die AZAV-Zertifizierungen durchführen darf. Diese Stelle heißt Agentur Qzert GmbH und hat ihren Sitz in Stuttgart. Mit ihr wurde bereits bei der Überarbeitung des Gütesiegels kooperiert und es wurden Kombi- und Ergänzungsaudits zum Gütesiegel entwickelt. Das Angebot und die Kooperation ersparen den Einrichtungen der AJS/BBJH in Bayern eine Menge Zusatzarbeit. ... weiterlesen

Erste positive Auswirkungen des Strukturanpassungsfonds der evang. Landeskirche und des Diakonischen Werkes Bayern

Für Jugendwerkstätten und soziale Beschäftigungsinitiativen für arbeitslose Erwachsene in Bayern
Im April hat die evang. Landeskirche gemeinsam mit dem Diakonischen Werk Bayern einen Strukturanpassungsfonds aufgelegt, um den Arbeitsbereich BBJH bei der ejsa Bayern e.V. und die sozialen Beschäftigungsinitiativen für erwachsene Arbeitslose im DW Bayern in der schwierigen Umbruchsituation, die durch die Instrumentenreform zum 01.04.2012 ausgelöst wurde, zu unterstützen.
Mit dem Strukturanpassungsfonds werden im Bereich der BBJH vielfältige Ziele verknüpft. So soll mit den Mitteln aus diesem Fonds die bayernweite Infrastruktur an BBJH-Einrichtungen in der Fläche gesichert werden. Die betriebliche Struktur der einzelnen Jugendwerkstätten soll im Kern erhalten und vor allem die Kündigung des Fachpersonals vermieden werden. Des Weiteren erhalten die Einrichtungen durch die außerordentliche Zuwendung die Möglichkeit, neue und tragfähige Finanzierungsstrukturen zu entwickeln und zu erproben. ... weiterlesen

„Klar zum Kurs, hart am Wind“

BBJH-Jahresfachtagung vom 25. bis 28. Februar 2013 in Pappenheim
Instrumentenreform, demografischer Wandel, Sparbeschlüsse, neue Angebote für bestimmte Zielgruppen und vieles andere mehr führen zu beachtlichen Herausforderungen für das Angebot der BBJH. Die Tagung greift Impulse auf (Tobias Bergmann, Nordlicht Hamburg + Workshop mit Maria Nesselrath, aus dem Team von Peter Martin Thomas) und wird konzeptionelle Weiterentwicklungen (Dr. Florian Straus, IPP München) anstoßen.
Dieser Teil der Tagung ist den EJSA-Mitgliedern vorbehalten.
Ein kohärentes Fördersystem am Übergang Schule und Beruf als sozialpolitische Forderung bildet den Abschluss der Tagung am Donnerstag. In diesem Rahmen wird der Reformprozess in NRW vorgestellt. Wir diskutieren mit VertreterInnen aus Politik, Wohlfahrtspflege und Verwaltung.
Hierzu sind Sie alle herzlich eingeladen.

BBJH "Basics" Flyer

„Mit schwierigen, noch nicht berufsreifen jungen Menschen qualitativ hochwertige Produkte herstellen oder Dienstleistungen erbringen, sie zu qualifizieren oder auszubilden und dabei auch noch ihre persönliche Entwicklung zu fördern – das ist ein Spagat. Um diesen Spagat mit Erfolg und Freude angehen zu können, bieten wir zu einigen ausgewählten Spannungselementen Basisinformationen und Basisqualifikationen an.“

AZUBIs für Bayern - Open Space Veranstaltung

1. Februar 2012

Es gibt langdauernd freie Ausbildungsplätze und Auszubildende werden gesucht.
Das ist die eine Seite. Es gibt jedoch auch junge Menschen, die eine Ausbildungsstelle
suchen, aber nicht bekommen, oder bekommen, aber nicht halten können. Manche müssen auf Arbeit und Ausbildung auch erst vorbereitet werden. ... weiterlesen

"Kontrapunkt BBJH und Wirtschaft" BBJH-Jahresfachtagung 2012

30.01. - 02.02.2012

In sozialpolitisch schwierigen Zeiten nehmen wir unsere anderen Partner, die Unternehmen und Betriebe, stärker an unsere Seite. ... weiterlesen

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