Diakonie und viele Andere setzen sich für Abschiebestopp nach Afghanistan ein

Abschiebungen nach Afghanistan sind zurzeit nach Ansicht der Diakonie Deutschland hochproblematisch
„Afghanistan ist alles andere als sicher, es kommt regelmäßig zu Terroranschlägen in zivilen Gebieten mit vielen Toten und Verletzten“, sagt Diakonie-Präsident Ulrich Lilie. Dies zeigten die jüngsten Anschläge in vermeintlich stabilen Regionen Afghanistans.
Anlässlich des Treffens von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Regierungschefs der Länder am 9. Februar appellierte Lilie an die Politik, Abschiebungen nach Afghanistan auszusetzen.
„Beim Umgang mit abgelehnten Asylbewerbern sollten wir nicht nur in die ultra- rechte Ecke schielen. Jede geplante Abschiebung müsse daraufhin überprüft werden, ob die Rückkehrer dort in Sicherheit und Würde leben können“, stellt Lilie klar. ... weiterlesen

Zielgruppe der Jugendmigrationsdienste seit Jahresbeginn auf Geflüchtete ausgeweitet

Und dies bei gleichbleibender Stellenausstattung
BMFSFJ: Die Zielgruppen der Jugendmigrationsdienste (bisher alle jungen Menschen von 12 bis 27 Jahren mit Migrationshintergrund, die eine auf Dauer gerichtete Bleibeperspektive haben sowie Geflüchtete aus Ländern mit hoher Bleibeperspektive) sind seit Jahresbeginn vom verantwortlichen Bundesministerium, dem BMFSFJ, ausgeweitet worden. Demnach sind die Jugendmigrationsdienste nun für alle jungen Menschen mit Migrationshintergrund vom 12. bis zur Vollendung des 27.Lebensjahres – unabhängig vom Aufenthaltsstatus, solange sie sich rechtmäßig oder aufgrund einer ausländerrechtlichen Duldung in Deutschland aufhalten“, zuständig. Sabine Schulte Beckhausen, Leiterin des Referates 501 „Chancengerechtigkeit, Integration, Jugendsozialarbeit“ im BMFSFJ in einem Schreiben Anfang des Jahres an die JMD ... weiterlesen

Jugendpolitisches Fachforum: Integration junger Geflüchteter

Mitwirkung der ejsa Bayern
Am 3./4. November 2016 findet in Würzburg, Kolping Akademie Mainfranken das Jugendpolitische Fachforum: Integration junger Geflüchteter statt. Burkhardt Wagner, Landesreferent für migrationsbezogene Jugendsozialarbeit wirkt dabei mit.
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Jugendmigrationsdienste im Bundes-Haushaltsentwurf nicht berücksichtigt

Drohende Kürzungen um acht Millionen: LAG Jugendsozialarbeit und ejsa Bayern engagieren sich
Im aktuellen Haushaltsentwurf des Bundes sind für die Jugendmigrationsdienste für 2017 anstelle von 50 Mio. Euro, wie in den Jahren 2015 und 2016, lediglich 42 Mio. Euro eingestellt. Kommt diese massive Kürzung, wäre wieder das Niveau von 2014 erreicht.
Diese Kürzung um acht Mio. Euro bedeutet bundesweit eine Kürzung von 70 Vollzeitstellen. Dies betrifft vor allem Stellen, die überwiegend erst letztes Jahr eingerichtet werden konnten. Die Träger müssten noch in diesem Jahr die Arbeitsverträge kündigen, obwohl die Nachfrage nach dem JMD-Angebot exponentiell gestiegen ist und die Kapazitätsgrenzen vor Ort längst überschritten sind.
Die Zahl der Jugendmigrationsdienste ist – trotz Verdreifachung der Zuwanderungszahlen seit 2006 – nahezu gleich geblieben. Von einem flächendeckenden Angebot kann derzeit nicht gesprochen werden. 30 Gebietskörperschaften in Bayern sind nicht versorgt bzw. unterversorgt. ... weiterlesen

Jugendmigrationsarbeit an der Schnittstelle zur Jugendhilfe, zum Ausländerrecht und zur Traumapädagogik

Jugendmigrationsdienste tagen in Passau
Vom 08. bis 09. Juni trafen sich die Jugendmigrationsdienste und Integrationsprojekte in evangelischer Trägerschaft zu ihrer zweitägigen Fachkonferenz in Passau. Dekan Dr. Wolfgang Bub und die Bereichsleiterin Soziale Dienste des Diakonischen Werkes Passau, Sabine Aschenbrenner, begrüßten die 22 Fachkräfte aus ganz Bayern. Neben bundes- und landespolitischen Integrationsthemen von BAG EJSA und ejsa Bayern diskutierten die JMD-Fachkräfte insbesondere die Schnittstelle der JMD-Arbeit zur Jugendhilfe.
Matthias Schacherbauer von der Clearingstelle Passau der Rummelsberger Dienste stellte die Arbeit mit im Clearingverfahren befindlichen unbegleitet Minderjährigen vor. Die Passauer Rechtsanwältin Petra Haubner beantwortete aktuelle Fragen zur Inobhutnahme, Familienzusammenführung und zum Asylrecht. ... weiterlesen

Vor-Ort-Besuch von Maria-Theresia Simmler (BMFSFJ)

Im Fokus: Die Arbeit des Jugendmigrationsdienstes der Stadtmission Nürnberg
Maria-Theresia Simmler, im Referat 501 „Chancengerechtigkeit, Integration, Jugendsozialarbeit“ des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) zuständig für die Jugendmigrationsdienste im Bundesprogramm „Jugend stärken“, besuchte am 14.06.2016 den Jugendmigrationsdienst der Stadtmission Nürnberg. Leiterin des JMD, Elke Dörr, zeigte – nach einer örtlichen Begehung im Südstadtforum Service und Soziales – anhand der Netzwerkarbeit und mit Einzelbeispielen die Vielfältigkeit und die Integrationsleistungen des Dienstes auf. Mariam (21) aus Pakistan und Orhod (20) aus dem Iran kommend, berichteten aus ihrer Sicht, mit welchen Hürden und Stolpersteinen sich ihr Ankommen in Nürnberg gestaltete und wie der Jugendmigrationsdienst sie bei ihrer Integration unterstützte. Elke Dörr vom JMD, Burkhardt Wagner, Landesreferent bei der ejsa Bayern, und Gabriele Koszanowski, Bereichsleiterin der Stadtmission Nürnberg, zeigten die aktuellen Herausforderungen der Migrationsdienste insgesamt auf. Im Jahr 2016 ist vom BAMF geplant, die Mittel für die Allgemeinen Integrationskurse, die Jugendintegrationskurse sowie die Alphabetisierungskurse mehr als zu verdoppeln. ... weiterlesen

Präsidium des Bayerischen Landtages im JMD Neumarkt des Christlichen Jugenddorfwerkes (CJD)

Barbara Stamm informiert sich über Integrationsarbeit vor Ort
„Dieses Engagement ist großartig, schön, dass es sie gibt!“, betonte Barbara Stamm, Präsidentin des Bayerischen Landtages, bei ihrem Besuch am 10.06. im Jugendmigrationsdienst und der Migrationsberatung des Christlichen Jugenddorfwerkes in Neumarkt. Gemeinsam mit insgesamt 15 Landespolitikerinnen und Politikern begegnete sie im Rahmen des Regionalbesuchs der Oberpfalz engagierten Fachkräften, Ehrenamtlichen und jugendlichen Migrantinnen und Migranten. Insgesamt betreut das CJD Bayern pro Jahr über 3.000 Menschen mit Migrationshintergrund in den unterschiedlichsten Projekten“, erklärte, Direktor Ulrich Bubeck von der CJD Zentrale. Landrat Willibald Gailler (CSU) verdeutlichte in seinem Grußwort, dass sich die Klientel des JMD in den letzten 25 Jahren deutlich geändert hat. Nach den Migranten aus Russland und anderen osteuropäischen Staaten, (damals hießen die JMD noch Jugendgemeinschaftswerk) seien es jetzt besonders Syrer, Iraker, Menschen aus Afghanistan und aus afrikanischen Staaten, aber auch EU-Bürger. ... weiterlesen

ejsa Bayern: „Was drauf steht ist nicht drinnen…!“

LAG Jugendsozialarbeit lehnt Entwurf des Bayerischen Integrationsgesetzes ab
Die ejsa Bayern hat am 07.04. im Rahmen der Stellungnahme der LAG Jugendsozialarbeit Bayern zum Entwurf des Bayerischen Integrationsgesetzes Stellung bezogen. Die LAG Jugendsozialarbeit begrüßt grundsätzlich das Bemühen, Zuwanderung und Integration von (neu) zugewanderten Menschen zu regeln und dabei vor allem die Bemühungen für eine gelingende Integration auszubauen und zu verbessern.
Den Entwurf des Bayerischen Integrationsgesetzes lehnt die LAG jedoch in der vorliegenden Fassung ab.
Der Entwurf des Bayerischen Integrationsgesetzes berücksichtigt viel zu wenig wesentliche gesellschafts- und sozialpolitische Herausforderungen und bekannte gelingende Integrationsansätze und -konzepte, denen sich der Freistaat Bayern gerade in den nächsten Jahren verstärkt stellen muss.
Die LAG Jugendsozialarbeit kritisiert deutlich den Tenor, die Wortwahl und die damit zum Ausdruck gebrachte Haltung des vorliegenden Entwurfs. Ein Bayerisches Integrationsgesetz müsste viel mehr die Integrationsbemühungen beider Seiten ((junge) MigrantInnen und Aufnahmegesellschaft) deutlicher und gleichgewichteter zum Ausdruck bringen. ... weiterlesen

MdB Martin Burkert zu Gast beim Jugendmigrationsdienst der Stadtmission Nürnberg

Einsatz für bedarfsgerechten Ausbau der JMD auf Bundesebene
Am 30. März besuchte der SPD-Bundestagsabgeordnete Martin Burkert den Jugendmigrationsdienst der Stadtmission in Nürnberg. In dem fast zweistündigen Gespräch, an dem auch drei junge Menschen aus Pakistan, Iran und Syrien teilnahmen, informierte er sich über die Arbeit dieses Unterstützungsangebotes sowie über die kulturellen und sprachlichen Herausforderungen, die junge Migrantinnen und Migranten hier in Bayern zu bewältigen haben. ... weiterlesen

Situation der Jugendmigrationsdienste vor Ort prekär

Zuzug nach Bayern steigt auch 2015 weiter: Verdopplung der Stellen notwendig
2015 zogen ca. 368.400 ausländische Menschen aus dem Aus- und Inland nach Bayern zu. Dies sind 71.000 mehr als noch im Jahr 2014. Damit belegt Bayern Rang zwei (nach NRW) im bundesdeutschen Vergleich der Zuzugszahlen. Insgesamt lebten am 31.12.2015 in Bayern 1,577 Mio. Menschen mit ausländischem Pass. Ca. 100.000 mehr als noch im Vorjahr. Jeder fünfte hat in Bayern einen Migrationshintergrund. Soweit die neuesten Zahlen vom Statistischen Bundesamt für Bayern. Doch was steckt hinter diesen Zahlen?
Da vor allem junge Menschen unter 30 Jahren zuwandern, spüren vor allem die Fachkräfte in den Jugendmigrationsdiensten vor Ort die erhöhte Zuwanderung durch Asylsuchende und von Menschen aus dem europäischen Ausland: ... weiterlesen

Sprache ist der Schlüssel zur Integration

Jugendmigrationsdienste diskutieren zeitgemäße Deutsch-Sprachlernangebote
Wie lernt man am Besten Deutsch? Dass es diese Frage in sich hat, zeigte sich den Fachkräften der Jugendmigrationsarbeit und Jugendmigrationsdienste auf ihrer diesjährigen Fachkonferenz am 26.11. in Nürnberg. Jenny Ungericht von der Uni Regensburg (Professur Deutsch als Zweitsprache) führte in die Grundlagen der aktuellen Spracherwerbsforschung ein. ... weiterlesen

Jugendmigrationsdienste zeigen, wie Integration gelingt

Dringender Bedarf in unterversorgten Landkreisen in Bayern
Pressemitteilung der LAG Jugendsozialarbeit Bayern vom 29.09.2015:
2014 wanderten 297.524 Menschen mit ausländischem Pass nach Bayern zu. Dies waren 36.500 Menschen mehr als im Vorjahreszeitraum – Tendenz steigend. Unter den Zugewanderten sind mindestens ein Drittel Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Für diejenigen in der Altersgruppe von 12 bis 27 Jahren gibt es die Jugendmigrationsdienste (JMD). Dieses Angebot ist aber nur in knapp zwei Drittel der bayerischen Landkreise und kreisfreien Städte vorhanden. Mit dieser Versorgung ist Bayern bundesweites Schlusslicht. ... weiterlesen

"Gekommen, um zu leben! – Junge Flüchtlinge in der Jugendsozialarbeit“

Fachtag des KoV Jugendsozialarbeit mit der ejsa Bayern
Die ejsa Bayern veranstaltete am 6. Oktober mit seinem Bundesverband, der BAG EJSA, einen bundesweiten Fachtag zum Thema „Junge Flüchtlinge in der Jugendsozialarbeit“. 130 Teilnehmende aus der ganzen Bundesrepublik informierten sich und diskutierten jenseits der aktuellen Themen der Not- und Übergangslösungen, welchen Beitrag die Jugendsozialarbeit zur gelingenden Integration junger geflüchteter Menschen leisten kann. Im Folgenden lesen Sie die Pressemitteilung des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit:
„Machen wir uns nichts vor: Die Arbeit mit jungen Flüchtlingen wird kein kurzlebiges Thema sein, sondern sie wird die Jugendsozialarbeit lange beschäftigen und nachhaltig verändern“, so Doris Beneke, Sprecherin des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit, anlässlich der Fachveranstaltung „Gekommen, um zu leben! Junge Flüchtlinge in der Jugendsozialarbeit“ heute in München. Der kommunale Alltag in der Flüchtlingsarbeit konzentriere sich aktuell notgedrungen in erster Linie auf die menschenwürdige Unterbringung und die dazugehörigen ersten Hilfestellungen, so Beneke. Gleichzeitig müsse für junge Flüchtlinge – unabhängig von ihrer Herkunft und ihrem Status – aber auch der Zugang zu Bildung und Ausbildung verbessert werden; dies sei eine wesentliche Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben in Deutschland, ihrem Herkunftsland oder einem Drittland. ... weiterlesen

Pressemeldung: Gekommen, um zu leben! Junge Flüchtlinge in der Jugendsozialarbeit

Berlin/München, 6. Oktober 2015. „Machen wir uns nichts vor: Die Arbeit mit jungen Flüchtlingen wird kein kurzlebiges Thema sein, sondern sie wird die Jugendsozialarbeit lange beschäftigen und nachhaltig verändern“, so Doris Beneke, Sprecherin des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit, anlässlich der ... weiterlesen

Diakonie Deutschland: Häufigste Fragen, politische Forderungen, Beispiele guter Praxis zum Thema Asyl und Flüchtlinge

Der Bundesverband der Diakonie informiert auf seiner Internetseite über die zehn häufigsten Fragen zum Thema Asyl und Flüchtlinge, hat die politischen Forderungen sowie Beispiele guter Praxis in der Arbeit mit Flüchtlingen dokumentiert.

Hier gelangen Sie zu den Informationen:

Fragen und Antworten:
Politische Forderungen:
Beispiele guter Praxis:

JMD-Ausbau in Bayern - Verstetigung der Mittel notwendig – Lobbyarbeit geht weiter

Neues Modellprojekt „Flüchtlinge in den Jugendmigrationsdiensten“
Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat am 20.05. für die Jugendmigrationsdienste eine Mittelerhöhung im Nachtragshaushalt 2015 beschlossen. Für die Jugendmigrationsdienste gibt es acht
Millionen Euro mehr und für den Garantiefonds Hochschulbereich vier Millionen Euro für Sprachkurse. Angesichts der Verdopplung der Zuwanderungszahlen seit 2006 ist dies ein erster wichtiger, wenn auch noch nicht ausreichender Schritt. Mit dem Geld können die Trägergruppen die seit Jahren vorhandenen Jugendmigrations-Regeldienste – jedenfalls in diesem Jahr – in ihrem Bestand sichern. Weiterhin werden bundesweit an Hochbedarfsstandorten und in Gebietskörperschaften, die derzeit noch „weiße Flecken“ sind, weitere 30 Stellen aufgestockt. Da Bayern bundesweit den größten Bedarf hat, gehen insgesamt 7,75 neue Stellen nach Bayern. „Die Lobbyarbeit für die JMDs der letzten Jahre muss jedoch weitergehen“, betonte Landesreferent Burkhardt Wagner in einem Gespräch mit der Bundestagsabgeordneten Ulrike Bahr (SPD) bei einem Vor-Ort-Besuch im Jugendmigrationsdienst Augsburg. ... weiterlesen

Eine JMD-Stelle mehr in Bayern – Dies kann nur der Anfang sein

ejsa Bayern fordert die Aufstockung des KJP-JMD-Programms um mindestens acht Millionen
Der Hauptausschuss der BAG Evangelische Jugendsozialarbeit hat in seiner Sitzung am 5. März beschlossen, dass die bayerischen Jugendmigrationsdienste in evangelischer Trägerschaft eine Stellenaufstockung von einer Stelle im Jahr 2015 erhalten, um junge zugewanderte Menschen in Bayern besser unterstützen zu können. Möglich wurde diese Erhöhung durch eine Anhebung der KJP-Mittel des Bundes im Programm II.18 der Jugendmigrationsdienste von 41,6 auf 42,6 Millionen Euro. Gleichzeitig bauen in diesem Jahr auch andere Träger Jugendmigrationsdienste mit weiteren zusätzlichen 1,5 Stellen in Bayern aus. ... weiterlesen

Ja, wir sind ein Zufluchtsland!

Evangelische Jugendsozialarbeit Bayern plädiert in ihrer Mitgliederversammlung für eine Neuorientierung für zugewanderte junge Menschen
Bei ihrer Mitgliederversammlung am 24. März in Rummelsberg schlossen sich die Delegierten der Mitgliedsverbände einstimmig, dem vom Diakonischen Werk Bayern vorgelegten Plädoyer an (Download unten). Damit bekommt diese Positionierung nicht nur eine noch breitere Basis in der gesamten kirchlich-diakonischen Arbeit. Sie wird auch bewusst auf Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene ausgeweitet, die den größten Anteil an geflohenen Menschen ausmachen und nicht nur unbegleitet zu uns kommen. „Ja, es ist richtig und gut, dass wir Zuflucht bieten“ so heißt es in der Erklärung. Birgit Löwe, die den Vorsitz bei der ejsa Bayern übernommen hat, betonte: „die Integration gerade der jungen Menschen stellt eine große gesellschaftliche Aufgabe, vor allem aber eine große inhaltlich-fachliche Herausforderung dar, bei der es darauf ankommt, endlich mehr zu agieren als zu reagieren“. ... weiterlesen

Förderung der Jugendmigrationsdienste steigt um eine Million Euro – Bei Verdopplung der Zuwanderungszahlen nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung

ejsa Bayern: „Da muss noch mehr passieren!“
Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat am 14.11. eine Erhöhung des KJP-Titels für die Jugendmigrationsdienste um eine Million Euro auf 42,6 Mio. Euro beschlossen. Umgerechnet auf die bundesweit ca. 430 Jugendmigrationsdienste sind dies bei den 600 Vollzeitstellenanteilen nur ca. 1.675 Euro pro JMD-Vollzeit-Stelle, die damit dem Programm mehr zur Verfügung stehen. Wenn man jedoch weiß, dass es seit 2007 zu allgemeinen Kostensteigerungen von weit über 20 Prozent kam und im Jahr 2009 die KJP-Förderung um eine Million auf 41,6 Mio. Euro sank, bekommt diese Meldung einen faden Beigeschmack. Die ejsa Bayern fragt daher trotz der Freude über einen ersten Schritt in die richtige Richtung: „Sieht so gelingende Integrationspolitik und bedarfsgerechte Ausstattung der Jugendmigrationsdienste aus?“ ... weiterlesen

„Klappt Integration nicht gut, entsteht Wut“ - Integrationsbeauftragter Martin Neumeyer im Gespräch mit der LAG Jugendsozialarbeit Bayern

Flächendeckende Ausstattung Bayerns mit Jugendmigrationsdiensten gefordert
Besonders die unversorgten oder bisher lediglich nur von anderen Kreisen mit versorgten Landkreise in Bayern liegen Neumeyer am Herzen. Auch hier soll es für junge zugewanderte Menschen Angebote geben, die ihnen helfen in Schule und Beruf und damit auch in unserer Gesellschaft Fuß zu fassen.
Bei dem bundesgeförderten Programm Jugendmigrationsdienste handelt es sich um Beratungsstellen für junge Menschen mit Migrationshintergrund oder -erfahrungen. ... weiterlesen

Ja, wir sind ein Zufluchtsland

Plädoyer für eine Neuorientierung

Bereits zum vierten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg wird Bayern zu einer Zuflucht für eine große Zahl von Menschen: Nach 1945 kamen Schlesier und Sudetendeutsche, ab 1970 Siebenbürger und Russlanddeutsche, in den 90er Jahren ... weiterlesen

Kompetenzmanagement in der Arbeit mit Jugendlichen mit Migrationshintergrund

Evangelische Fachkonferenz für Jugendmigrationsarbeit zu Besuch in Bruckmühl
Die Fachkräfte der Jugendmigrationdienste waren sich schnell einig: Für die erfolgreiche berufliche und soziale Integration junger Menschen mit Migrationshintergrund ist die Ermittlung, Weiterentwicklung und Anerkennung erworbener Kompetenzen von ganz zentraler Bedeutung. Doch wie und mit welchen Methoden dies konkret in der täglichen Arbeit umgesetzt wird, dazu diskutierten die Teilnehmenden auf ihrer zweitägigen Fachkonferenz im JMD Bruckmühl/Heufeld im dortigen Familienzentrum. Input- und Impulsgeber/-innen waren Bernd de Boer vom AWO Bundesverband, Sabine Reiter (Tür an Tür, Augsburg), Barbara Klamt (Fortbildungsreferentin der ejsa Bayern), Rebekka Hagemann (BAG EJSA) sowie Burkhardt Wagner (ejsa Bayern). ... weiterlesen

Besuch der BAG EJSA bei der ejsa Bayern

“Bayerische Jugendmigrationsdienste ausbauen!”
Die ejsa Bayern begrüßte am 28. April die Kolleginnen und Kollegen der BAG EJSA zu einem fachlichen Austausch über aktuelle Themen der Jugendsozialarbeit in der ejsa-Geschäftsstelle in München. Neben gemeinsam diskutierten Themen der Neustrukturierung des Bundesverbandes sowie der Vorstellung der Arbeit und Strukturen in Bayern überreichte Burkhardt Wagner (Landesreferent für die evang. Jugendmigrationsdienste bei der ejsa Bayern) Bundestutor Walter Weißgärber – als Verantwortlichem für die evangelischen JMDs auf Bundesebene – symbolisch eine Bayernkarte mit den JMD-Zuständigkeiten pro Landkreis bzw. kreisfreie Stadt. Demnach sind ca. ¼ der 96 Gebietskörperschaften in Bayern faktisch gar nicht oder nur mit geringen Stundenanteilen versorgt. Die BAG EJSA erarbeitet derzeit für das Ziel einer auskömmlichen und bedarfsgerechten Finanzierung der Jugendmigrationsdienste Konzepte, die besonders in den südlichen, südwestlichen Bundesländern sowie in den Ballungszentren für Entspannung in den JMDs sorgen sollen. Denn gerade hier sind die Fachkräfte in den Jugendmigrationsdiensten durch hohe Zuwanderungszahlen und mit stark erhöhten Bedarfen der Integration konfrontiert.
Allein in 2013 haben die über 200 MitarbeiterInnen in den Jugendmigrationsdiensten der evangelischen Trägergruppe in der Bundesrepublik mehr als 23.000 Jugendliche beraten und begleitet, zum großen Teil auch mit einem Integrationsförderplan im Rahmen des Case Managements. Dies ist eine ganz außerordentliche Steigerung um 55,5% gegenüber 2011.

Flüchtlinge brauchen Freunde

Hauptberufliche in der Evangelischen Jugend setzen sich für bessere Wohn- und Lebensbedingungen junger Flüchtlinge ein
Unter Mitwirkung der ejsa Bayern wurde auf der Landeskonferenz der hauptberuflichen Jugendreferent/-innen und der Dekanatsjugendpfarrer/-innen ein Antrag verabschiedet, in dem von der bayerischen Politik die Neuregelung des Zuwanderungsrechts ergänzend zu dem bestehenden Asylrecht als ordnungspolitische Grundlage für eine zeitgemäße, angemessen geregelte Zuwanderung gefordert wird. „Als Hauptberufliche sehen wir die Not, das Leid und die verzweifelten Versuche vieler Menschen, darunter auch viele Kinder und Jugendliche, eine Perspektive zu erlangen für ein Leben in Frieden und eine menschenwürdige Zukunft“, heißt es in dem Antrag an Staatsministerin Emilia Müller und an die Fraktionen des Bayerischen Landtags.
Mit diesem Antrag wollen die Verantwortlichen in der Jugendarbeit einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen von (jungen) Flüchtlingen, ihrer Zukunftschancen und zur Sensibilisierung für die Notlagen der Flüchtlinge in der Evang. Jugend und in den Kirchengemeinden beitragen. ... weiterlesen

„Kooperation mit Migrantenorganisationen und Schlüsselpersonen“

Werkstattgespräch im April in München
Nicht nur inklusiv denken, sondern auch handeln, heißt nicht nur, sich, die eigene (oder andere) Einrichtung(en) interkulturell zu öffnen, sondern gleichberechtigtes Miteinander und die Teilhabe aller jungen Menschen zu ermöglichen. Dazu gehört auch, „Kooperationen mit Migrantenorganisation und Schlüsselpersonen“ einzugehen und diese mit Leben zu füllen. Die ejsa Bayern veranstaltet mit dem Fachdienst Jugend, Bildung, Migration der Bruderhausdiakonie in Reutlingen und der Uni Tübingen im April in München ein Werkstattgespräch zu diesem Thema. Ziel dieses Gespräches ist, sich mit Fachkräften der (Jugend-)Migrationsdienste vor Ort über verschiedene Praxisansätze, Faktoren des Gelingens und Scheiterns auszutauschen. Da dieses Thema nach wie vor in vielen Strukturen Neuland ist, sollen die Ergebnisse dieses Werkstattgesprächs in ein Praxishandbuch einfließen.

Ausblick auf 2014

Kompetenzfeststellung in den Jugendmigrationsdiensten
Die Analyse der Lebenslagen, die Feststellung der Fähigkeiten, Kompetenzen und individuellen Ressourcen und des Sprachniveaus – sprich: der jeweilige Förderbedarf der jungen Migrantinnen und Migranten, die in die Jugendmigrationsdienste kommen, ist für die Fachkräfte vor Ort wichtige Aufgabe im Rahmen der individuellen Förderplanung.
Hierzu gibt es eine Vielzahl von biografieorientierten Verfahren und Methoden, die bereits in den Jugendmigrationsdiensten Anwendung finden und die auf die Bedarfe der Zielgruppe angepasst sind. Die ejsa Bayern will in der Frage, welche Verfahren und Methoden sich für welche Zielgruppen am Besten eignen, einen fachlichen Beitrag leisten. Im kommenden Jahr wird sie dazu verstärkt verschiedenen Verfahren und Methoden unter die Lupe nehmen und einem „Belastungstest“ im Arbeitsalltag der JMDs unterziehen und als Thema auf der JMD-Fachkonferenz bearbeiten. Ziel ist, den Methodenkoffer der JMDs zu füllen und die jungen Menschen in ihrer sozialen, beruflichen und gesellschaftlichen Integration optimal zu unterstützen.

"Alles bleibt anders?!"

Bundesweite Tagung der evangelischen Jugendmigrationsdienste in Kassel
Bei der dreitägigen Veranstaltung „Alles bleibt anders! – Gesellschaftliche
Trends, veränderte Zielgruppen und deren Auswirkungen auf die Arbeit in den
Jugendmigrationsdiensten“ vom 9. bis 11.09., bei der sowohl der JMD-Verbund München in einem Workshop und Landesreferent Burkhardt Wagner im Orgateam mitwirkte, standen gesellschaftliche Entwicklungen und die sich daraus ergebenden neuen Herausforderungen für die Arbeit der Jugendmigrationsdienste im Mittelpunkt. Rund 140 JMD-Fachkräfte berieten sich mit ExpertInnen aus Diakonie, Fachorganisationen und Instituten wie der Sinus Akademie und dem Deutschen Jugendinstitut, wie den neuen Herausforderungen in der Praxis begegnet werden kann. Als Vertreterin der Bundespolitik war Frau Dr. Dickel vom Büro der Beauftragten der Bundesregierung Migration, Flüchtlinge und Integration und ein Vertreter der Stadt Kassel anwesend.

Im Fokus: Demografischer Wandel und Zuwanderung
Ein wesentlicher Faktor für die aktuellen gesellschaftlichen Veränderungen ist die demografische
Entwicklung. „Deutschland ist auf Zuwanderung angewiesen“, sagt Michael Fähndrich, Geschäftsführer der BAG EJSA. „Wir brauchen ein modernes Staatsbürgerschaftsrecht, das den Lebensmittelpunkt der Menschen anerkennt, Einbürgerung fördert und die politischen Mitbestimmungsmöglichkeiten junger Menschen stärkt.“ Zuwanderung ist notwendig! Ist sie auch erwünscht? Sie ist eine besondere Herausforderung für unsere Gesellschaft insgesamt und für die Fachkräfte in den Jugendmigrationsdiensten – auch durch die neuen Zielgruppen von jungen Menschen aus anderen EU-Ländern und insbesondere durch die Armutszuwanderung aus den südosteuropäischen Staaten.

Erwartungen an die künftige Bundesregierung
Die BAG EJSA setzt sich für eine bessere Zuwanderungspolitik in Deutschland ein. In der Kampagne „Der Jugend eine Stimme geben“ (www.der-jugend-eine-stimme-geben.de) fordert sie die KandidatInnen der Bundestagswahl direkt auf, sich für die in der UN-Kinderrechtskonvention und im SGB VIII verbürgten Rechte auf einen diskriminierungsfreien Zugang zu Bildung und Ausbildung für alle Kinder und Jugendlichen, die in Deutschland leben, stark zu machen. Dies betrifft langjährig geduldete junge Menschen ebenso wie junge Menschen, die in unserem Land in der aufenthaltsrechtlichen Illegalität heranwachsen müssen. Diese Rechte zu garantieren, ist eine staatliche Pflicht! Jugendhilfe hat Vorrang vor Ausländerrecht. Der immer noch eingeschränkte Zugang zu Bildung und Ausbildung für junge Menschen ohne langfristig gesicherten Aufenthaltsstatus darf daher nicht weiter bestehen.

Integrationsbeauftragter Martin Neumeyer bei der ejsa Bayern

“Integration, Teilhabe, Bildung und gegenseitiges Verständnis”, …darum geht es in Zukunft auch in Bayern
Am 23.09.2013 besuchte Martin Neumeyer, Integrationsbeauftragter der Bayerischen Staatsregierung, auf Einladung der Evangelischen Jugendsozialarbeit Bayern die Münchner ejsa-Geschäftsstelle.
Matthias Jokisch, Geschäftsführer der ejsa Bayern, stellte die Arbeit der ejsa, ihrer vier Arbeitsbereiche sowie die Bezüge zur Landesarbeitsgemeinschaft Jugendsozialarbeit Bayern vor. ... weiterlesen

Benachteiligte junge Menschen mit Migrationshintergrund am Übergang Schule – Beruf

JMD-Fachkräfte treffen sich in Ingolstadt
Die Fachkräfte der Jugendmigrationsdienste in evangelischer Trägerschaft in Bayern trafen sich in diesem Jahr zwei Tage im April in Ingolstadt. Das aktuelle Thema „Übergang Schule – Beruf“ wurde aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet. Denn junge Menschen mit Migrationshintergrund sind – auch in Bayern – hinsichtlich des Übergangs in berufliche Ausbildungen immer noch deutlich benachteiligt. Dies trifft besonders bei den Jugendlichen mit niedrigen schulischen Bildungsgraden zu, unter denen sie stark überrepräsentiert sind. Auch bleiben Jugendliche mit Migrationshintergrund häufiger ohne Schulabschluss als deutsche. Anfangs berichtete der Ingolstädter Integrationsbeauftragte, Dr. Christian Lösel, von den Anstrengungen und Herausforderungen seiner Stadt in diesem Bereich.
Karoline Schwärzli-Bühler stellte gelungene Beispiele aus der Projektarbeit des JMD in Ingolstadt vor, die mit Projekten für benachteiligte junge Menschen wie „Man(n) kann“ und „Ein Euro für Bildung“ genau diesen Fokus auf den Abbau von Benachteiligungen und auf Schulerfolg setzen. Auch die im JMD Ingolstadt bewährte aufsuchende Arbeit als niedrigschwelligste Form des Zugangs zu jungen Migrantinnen und Migranten wurde von Mehmet Celik vorgestellt. Weitere fachliche Inputs kamen von Andreas Erwig vom StMAS zu Fördermöglichkeiten am Übergang Schule – Beruf, von Helmut Stoll vom Diakonischen Werk Bayern und von Sabine Reiter von „Tür an Tür – Augsburg“. Psychologin Maria Zepter sensibilisierte in ihrem Referat und ging auf die psychosoziale Situation von jungen Flüchtlingen ein. Rebekka Hagemann vom Bundesverband, der BAG EJSA, berichtete von den Entwicklungen auf Bundesebene.

Junge Flüchtlinge in der Erstaufnahmeeinrichtung Zirndorf – ein Erlebnisbericht

Herzlich Willkommen und Menschenwürde sieht anders aus
„Wir brauchen eine Willkommenskultur“ titelte die Süddeutsche, „Integrationsgipfel – Bundesregierung verspricht neue Willkommenskultur“ der Spiegel. Dabei geht es um eine erfolgreiche Integration und um verbesserte Teilhabe- und Chancengerechtigkeit von Menschen mit ausländischen Wurzeln und um ausländische Fachkräfte. Doch was ist mit jungen Flüchtlingen, die sich aufgrund von Krieg, Flucht, Vertreibung oder auch dem Wunsch auf ein besseres Leben auf den Weg nach Deutschland machen? Diese Menschen landen für die Antragstellung auf Asyl in einer der beiden bayerischen Erstaufnahmeeinrichtungen (EAE) in Zirndorf bei Nürnberg oder in der Bayernkaserne in München. Burkhardt Wagner, Landesreferent für die evangelischen Jugendmigrationsdienste bei der ejsa Bayern, besuchte Ende November 2012 die EAE Zirndorf… und war schockiert:
Um es kurz zu machen: „Die Willkommenskultur hört – jedenfalls in Zirndorf – an der Einlasskontrolle auf“, denn in der EAE leben derzeit ca. 700 Menschen auf engstem Raum. Manche nur für wenige Wochen, andere auch für bis zu mehreren Monaten. Unter Ihnen befinden sich derzeit 43 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF), die bis zum Abschluss der Clearingphase ca. drei bis vier Monate (=Klärung, ob ein jugendhilfespezifischer Bedarf vorliegt) durch die Rummelsberger Dienste für junge Menschen sozialpädagogisch betreut werden. In Bayern werden zur Zeit mehr als 1000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Rahmen von Jugendhilfe betreut. Weiterhin leben zur Zeit mehr als 200 UMF in den Erstaufnahmeeinrichtungen in München und in Zirndorf und warten auf den Abschluss ihres Clearingverfahrens und letztlich auf einen Platz in einer Nachfolgeeinrichtung. Die Bettenlager und Zelte, die bis vor wenigen Tagen von den Asylsuchenden der EAE genutzt wurden, sind noch nicht weggeräumt. Selbst Aufenthaltsräume, Garagen und der Gebetsraum werden über Wochen zur vorübergehenden Unterbringung genutzt. So lange, bis die neue Containeranlage auf dem Gelände Platz für 150 Menschen schafft. Denn die EAE platzt mit regulär 500 Plätzen aus allen Nähten. Um die Überbelegung zu bewältigen, werden Familien getrennt und die einzelnen Zimmer massiv überbelegt. Zum Teil schlafen die Menschen in Acht-Bett-Zimmern ohne jegliche Privatsphäre und Rückzugsmöglichkeit. Überall auf dem Gelände stehen blaue Dixieklos, hängt Wäsche zum Trocknen aus den Fenstern. Sitzgelegenheiten gibt es keine. Der eingezäunte Basketballplatz steht, meist nicht nutzbar, zwischen den Gebäuden. „Zu laut“, heißt es aus dem benachbarten Bürokomplex. So bleibt den Kindern von drei bis zwölf Jahren (denn Schulpflicht besteht für die Zeit in der EAE nicht) ein großer Raum, die Kita. Dies ist der einzige kindgerecht ausgestattete Raum. Allerdings ist die Kinderbetreuung wochentäglich nur von 9 bis 12 Uhr geöffnet. Dringend notwendig wäre hier die Öffnung auch nachmittags. Praktisch alle Kinder zwischen drei und 12 Jahren nutzen diese völlig überlastete Kinderoase, denn sie gibt den Kindern das, was für andere Kinder eine Selbstverständlichkeit ist: Sicherheit, Spielzeug und Erzieherinnen, die sich um die Bedürfnisse der Kinder kümmern und sie fördern. Vielen der hier ankommenden Menschen stehen die lange Flucht und die manchmal Monate dauernden Strapazen noch förmlich ins Gesicht geschrieben. Nicht wenige der Flüchtlinge leiden unter Traumatisierungen, dem Mangel an familiären Rückhalt und unsicheren Zukunftsaussichten – und nicht zuletzt unter den Bedingungen der Unterbringung. Wie kann es sein, dass es auf dem gesamten Gelände der EAE nur einen Backofen für 700 Menschen gibt? Warum finden improvisierte Deutschstunden in der viel zu kleinen Küche in der Einrichtung der UMF statt? Wie viel sind uns junge Menschen wert, die zwar hoch motiviert, oft gut gebildet, aber auf Dauer ohne gesicherten Aufenthaltstitel zu uns kommen – und in vielen Fällen aufgrund von Abschiebehindernissen – auch bei uns dauerhaft bleiben? Nehmt Ihnen nicht die Menschenwürde!

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF) und junge Flüchtlinge (UF)

Neue Zielgruppe in der Jugendsozialarbeit
Aus den Arbeitsfeldern der Jugendsozialarbeit, vor allem dem der berufsbezogenen Jugendhilfe und der Jugendmigrationsarbeit werden seit einigen Monaten Veränderungen in der Zusammensetzung der Zielgruppe zurück gemeldet. Damit verändern sich auch die Anforderungen an die Fachkräfte der Jugendsozialarbeit. Denn junge Flüchtlinge, meist unbegleitet und zwischen 18 und 21 Jahren alt, nehmen verstärkt im Bereich der BBJH berufsbezogene Angebote der Jugendsozialarbeit wahr. Seit Januar 2011 – mit Änderung der Grundsätze der Jugendmigrationsdienste – sind die jungen Flüchtlinge jetzt deutlicher in den Blickpunkt der Jugendmigrationsdienste gerückt. Vor allem, wenn es um Fragen der sozialen, schulischen und beruflichen Integration geht.
Die sogenannten „UMF“ (unbegleitete minderjährige Flüchtlinge) und „UF“ (unbegleitete, junge erwachsene Flüchtlinge) sind häufig psychisch und physisch stark belastet. ... weiterlesen

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